Das Ozonloch [final version]
Das Ozonloch
Die Ozonschicht
Ozon ist ein farbloses, äußerst giftiges Gas, dessen Bildung nur unter Energiezufuhr möglich ist: 42792oof76lpm7c
3 O2 → 2 O3 ½ DH = +568 kJ
Im Gegensatz zum zweiatomigen Sauerstoff-Molekül liegen im Ozon-Molekül also drei Sauerstoffatome vor. Die Bildung von Ozon aus Sauerstoff-Molekülen ist durch energiereiches, unsichtbares UV-Licht (Wellenlängen l£242 nm) möglich.
Als Ozonschicht wird die in der Stratosphäre (in 10 bis 35 km Höhe) vorliegende maximale Ozon-Anreicherung in der Luft bezeichnet. Dieses Konzentrationsmaximum ist an den Polen am boden-nächsten und liegt zum Äquator hin deutlich höher. Während die maximale Konzentration dort (in 30 km Höhe) 10 ppm beträgt, liegt sie am Erdboden bei 0,02 bis 0,05 ppm, bei Smog bis zu 0,5 ppm. (1 ppm = parts per million = Teilchen pro eine Million Teilchen)
Das Ozon-Molekül ist so instabil, dass es schon von deutlich energieärmerem Licht (l£320 nm) wieder gespalten werden kann als für seine Bildung notwendig ist. Genau dies macht aber die für uns lebenswichtige Schutzwirkung des Ozons aus: Die UV-Strahlung, die auf Ozon-Moleküle trifft, wird zu deren Aufspaltung absorbiert, kann also nicht mehr die Erdoberfläche erreichen. Dieser natürliche Ozonabbau stand mit der Neubildung von Ozon (von jahreszeitlichen Schwankungen abgesehen) in einem Gleichgewicht - bis FCKWs in die Stratosphäre gelangten. op792o2476lppm
Die FCKWs können nicht durch Luftströme aus der Troposphäre in die Stratosphäre gelangen, da zwischen ihnen eine Sperrschicht für Spurengase liegt, durch die Diffusion von Molekülen nur langsam von statten geht. Daher trat das Ozonloch auch erst Jahre nach dem Beginn der intensiven Nutzung der FCKWs ein. Sind diese aber erst mal in die Stratosphäre gelangt, können dort über einen sehr langen Zeitraum Schaden anrichten.
Das Ozon (O3) der höheren Atmosphäre ist ein lebenswichtiges Gas für Pflanze, Mensch und Tier, weil es die schädlichen Strahlen zurückhält. Es ist in der sogenannten Ozonschicht in etwa 10 bis 35 km Höhe angereichert. Während es bei direkter Einwirkung auf Organismen als Gift wirkt, absorbiert es in großen Höhen den schädlichen Anteil der UV-Sonnenstrahlung, indem sich Ozon zurückbildet:
O3 → O2 + O
O3 + O → 2 O2
Was sind FCKWs ?
FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) sind Kohlenwasserstoffe, die industriell mit den Halogenen Chlor und Fluor verbunden wurden. Diese Verbindungen haben hervorragende Eigenschaften: sie sind nicht brennbar, ungiftig und schlechte Wärmeleiter. Das eröffnet ihnen ein breites Verwendungsfeld als Treibmittel in Spraydosen, zum Aufschäumen von Kunststoffen und als Kältemittel, z. B. in Kühlschränken und Klimaanlagen. Zudem sind sie preisgünstig herzustellen.
Maßnahmen zur FCKW-Vermeidung:
Man kann teilhalogenierte (noch Wasserstoff enthaltende) FCKWs nutzen, die ungefährlicher sind, weil sie schon zu 95% vor Erreichen der Ozonschicht abgebaut sind, oder aber kein Chlor enthaltende FKWs, z. B. das jetzt häufig als FCKW-Ersatz verwendete R 134a. Sie haben aber schlechtere Eigenschaften als die vollhalogenierten, also wasserstofffreien FCKWs. Zur Kunststoffaufschäumung und als Treibmittel lassen sich teilweise Stickstoff, Kohlendioxid, Edelgase und gasförmige Alkahne, oder auch Luft verwenden.
Die Industriestaaten sind mittlerweile fast alle aus der FCKW-Produktion ausgestiegen bzw. haben ihren Ausstieg angekündigt. In den Schwellenländern und Dritte-Welt-Staaten werden FCKWs jedoch immer noch produziert, da die Ersatzstoffe zu teuer sind.
Das Ozonloch am Südpol
a)
Es ist zu beobachten, dass gerade im antarktische Frühling (September, Oktober) verstärkt Ozon abgebaut wird. Zu dieser Zeit ist das als Ozonloch bekannte Phänomen zu beobachten. Der Ozongehalt sinkt etwa auf die Hälfte der Vergleichswerte aus den 70er Jahren.
b)
Auch ist die Konzentration an Ozon über den Polen von Natur aus geringer als über anderen Gebieten der Erde. Es gibt also eine Art "natürliches Ozonloch" über den Polen, das sogenannte dynamische Ozonloch.
Wie lassen sich beide Phänomen erklären?
Zu a) Chlor liegt in nichtreaktiven Formen
(sogenannte Senken) vor, wie:
ClONO2 /HOCl
Circuspolare Westwinde (Winde,die um den
Pol kreisen) entstehen aufgrund der niedrigen Temperaturen
währenddes Südpolwinters und schließen die
Luftmassen am Pol ein. Diese kühlen sichdann stark ab,
da kein Luftaustausch mehr mit wärmerer Luft von außenstattfindet
(März -60°C auf August -90°C). Durch die Kälte
bilden sich polarestratosphärische Wolken (Polar Stratospheric
Clouds /PSC)
In den Wolken finden folgendeReaktionen
statt:
ClONO2+ HCl ? HNO3+Cl2
ClONO2+ H2O ? HNO3+HOCl
Beginnt nun der antarktischeFrühling
(September, Oktober) kann das Sonnenlicht das Chlor spalten,
dieseskann dann wiederum Ozon abbauen.
Cl2+ Licht ? 2Cl
HOCl + Licht ? OH + Cl
Cl × + O3 ? ClO
Im Winter wird alsoreaktionsfreudiges
Chlor gebildet und gesammelt, das dann im Frühling vollzuschlagen
kann.
Am Nordpol ist dies nicht sostark zu beobachten,
da die Winter wärmer, die Circuspolarwinde schwächer
unddamit die PSC weniger sind, der Ozonabbau damit also auch
geringerist.
Zub)
Das dynamische Ozonloch hatseine Ursachen
in:
a) der Verteilung derHochdruck- bzw. Tiefdruckgebiete
über die Erde und den daraus resultierendenWinden und
b) dem Entstehungsort desOzons, nämlich
dem Äquator und
c) der Verteilung derLandmassen jenseits
des 60. Breitengrades.
- Das Ozon entsteht am Äquatorund
wird zunächst bis ungefähr zum 60. Breitengrad transportiert.
Hier sinkt dieLuft ab und kehrt zum Äquator zurück.
- Den weiteren Transport desOzons vom
60. Grad zum Pol übernimmt nun ein "neuer"
Luftkreislauf.
- Die beiden Kreisläufe(Äquator/Pol)
müssen sich nun also durchmischen, damit das Ozon vom
einen in denanderen Kreislauf gelangt.
- Es entsteht logischerweiseein Stau,
da nicht die gesamte Luft auf ein Mal ausgetauscht werden
kann. Darausfolgt eine hohe Ozonkonzentration am 60.Breitengrad.
- Der Luftaustausch wird aufder Nordhalbkugel
dadurch begünstigt, dass am 60. Grad viele Landmassen
sind.Sie besitzen Gebirge, Spalten etc., die Verwirbelungen
hervorrufen. Es kann alsorelativ viel Ozon zum Pol transportiert
werden.
- Auf der Südhalbkugel fehlendie
Landmassen am 60. Grad, es wird also weniger Ozon abtransportiert.
Am Südpolist die Ozonkonzentration von Natur aus geringer
als in anderenGebieten.
= dynamisches Ozonloch auf derSüdhalbkugel
Durch FCKWs bedingterOzonabbau
Neben der nützlichenOzonrückbildung
durch Absorption von UV-Licht
kann der Abbau auch nachfolgendem Reaktionsschema
erfolgen :
X + O3
? XO + O2
XO + O ? X + O2
Das X ist der Katalysator, derbei den
Reaktionen gleichsam wiedergewonnen wird. X kann zum Beispiel
sein ChlorCl, Brom Br oder Stickstoffmonoxid NO.
Da sich die Konzentration von Xim Endeffekt
nicht ändert, lässt sich eine Nettoreaktion angeben,
bei der X alsKatalysator wirkt :
O + O3 ? 2 O2
Als Katalysatoren kommenhauptsächlich
Hydroxyl (OH)-, Stickstoff- Monooxid
(NO)-, Chlor- und Brom-Radikale in Frage.
Als Beispiel sei ein durchChlor bedingter,
katalytischer Abbauzyklus
aufgeführt:
Die Chlorradikale werden durchLichtenergie
von den FCKWs abgespalten :
CF2Cl2 / CFCl3 / CCl4 /CH3Cl ? Cl + R
Schlusswort
Sicherlich erwartet jeder zudem Thema
Ozonloch, dass auch etwas über die tatsächliche
Schädigung heutzutagegesagt wird. Der Grund weshalb wir
hier nicht etliche Statistiken über denOzonrückgang
aufführen ist der, dass es davon einige hundert gibt,
denen zwardas gleiche Thema zugrunde liegt, aus denen sich
aber immer andere, teilswidersprüchliche, Schlüsse
ziehen lassen. Zwar ist Ozon bei weitem das am bestenvermessene
und untersuchte Spurengas, doch die Ursachen, die zu einer
lokalenSchwankung des Ozongehalts (z.B. in Europa) führen
können, sind so vielfältig,dass man nicht auf einzelne
Ursachen (wie FCKW) zurückschließen kann. Das Wetterbeispielsweise
hat einen sehr großen Einfluss und bekanntermaßen
stellt dasWetter eine sehr schwer vorherzusagende Größe
dar. So lässt sich schwerentscheiden, ob nun gerade der
Ozongehalt durch das Wetter, oder das Wetterdurch den Ozongehalt
verändert wird. Durch gegenseitige Wechselwirkung mit
demKlima, bestehen also auch enge Zusammenhänge zu anderen
Problemen wie z.B. demTreibhauseffekt.
Das einzige, was man definitivsagen kann,
ist, dass FCKWs Ozon zerstören und das wir zu einem starkenFCKW-Anstieg
in der Troposphäre beigetragen haben. Wie stark die unnatürlicheSchädigung
aber wirklich ist, darüber lässt sich nurspekulieren.