Das Tier Mensch - Entwicklung vom Affen zum Menschen, Korpersprache, Die Entwicklung eines Sozialgefuges, Unser Jagdtrieb, Der Stadtmensch, Gewalt in der Grobstadt



Das Tier Mensch

Wir Menschen glauben einzigartig zu sein und über der Natur zu schweben, außerdem sind wir der Meinung nur eine entfernte Verwandtschaft zu den Menschenaffen zu besitzen. Aber diese ist näher als wir denken. Unsere Erbmasse ist zu 98,4 Prozent mit der des Schimpansen identisch, das heißt wir unterscheiden uns genetisch weniger vom Schimpansen als der Gorilla und der Orang-Utan. Diese nahe Verwandtschaft zeigt sich in vielen unserer Verhaltensweisen.

1. Entwicklung vom Affen zum Menschen



Zuerst möchte ich damit beginnen, die Entwicklung vom Affen zum Menschen aufzuzeigen Entscheidend für unsere Entwicklung zum am weitesten entwickelsten und erstaunlichsten Tier der Erde ist unter anderem unser großes Gehirn, der aufrechte Gang und die Entwicklung zum Jäger, denn durch die eiweißreiche Kost wurden wir noch intelligenter.

Als erstes möchte ich genauer auf den aufrechten Gang eingehen. 44144sto51sub3p

Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen auf der Erde die auf ihren Hinterbeinen gehen.

Diese Entwicklung brachte viele neue Situationen mit sich. Unter anderem hatten wir nun die Hände frei, um Werkzeuge zu benutzen, und um eine Vielzahl neuer Gesten mit den Händen zu entwickeln.

2. Körpersprache

Außer unseren Händen besitzen wir auch noch unser Gesicht, das zum Ausdrucksvollsten des gesamten Tierreichs gehört. Das Krokodil besitzt zum Beispiel aufgrund seines starren Gesichts nur vier verschiedene Gesichtsausdrücke: Mund und Augen auf; Mund und Augen zu; Augen zu Mund auf; und Mund zu Augen auf; tu144s4451suub

Beim Affen ist die Anzahl der Gesichtsausdrücke schon annähernd so groß, wie bei uns Menschen. In diesem Zusammenhang möchte ich jetzt unsere Körpersprache in einigen Punkten mit der des Tieres vergleichen.

Wenn der Affe Angst hat, zieht er seine Stirn nach oben und wenn er angriffslustig ist, runzelt er sie, so wie wir.

Unser wichtigster Gesichtsausdruck, das Lächeln findet man jedoch bei keiner Tierart. Es zeigte dem entgegenkommenden Jäger schon von der Ferne, ob man ihm freundlich gesinnt ist oder nicht. Affen zeigen dies durch Schmatzen oder Zähneschnattern, aber das kann man von der Ferne nicht hören bzw. sehen. Außerdem lächeln die menschlichen Säuglinge, ihre Mütter an, damit sie sie hochheben oder zumindest bei ihnen bleiben, dies hat die selbe Wirkung wie bei den Primaten der Fellgriff. Diese Lächeln beginnt schon im Alter von vier Wochen und da es auch bei blinden Babys vorkommt kann es nur angeboren sein. Eine andere Eigenschaft von Säuglingen, die eine Schutzreaktion bei ihren Eltern auslösen soll ist das Kindchenschema. Dazu gehören das flache Gesicht, die großen Augen und die Stupsnase. Ebenso reagieren Erwachsene auf junge Tiere, die dieselben Merkmale aufweisen.

Auch der Kuß hat seinen Ursprung im Säuglingsalter. Ich stieß bei meinen Vorbereitungen auf zwei Theorien: Die erste besagt, dass sich aus dem Säugen an der Mutterbrust der Kuß entwickelt hat, die zweite Theorie leitet ihn von der Mund zu Mund Ernährung nach dem Abstillen, wie man sie auch noch heute an vielen Orten finden kann, her.

3. Die Entwicklung eines Sozialgefüges

Die Entwicklung zum Jäger und Sammler brachte außerdem noch einige andere wichtige Neuerungen mit sich.

Wir brauchten unsere gegenseitige Hilfe. Als wir noch Pflanzenfresser waren, konnte sich jeder einzelne sein Futter sammeln, damit war teilen nicht notwendig, aber da nun nach der gemeinsamen Jagd Fleisch in großen Mengen vorhanden war, zuviel für die einzelnen Jäger, wurde geteilt. Bei Schimpansen findet man diese Angewohnheit noch immer, wenn sie auf die bei ihnen sehr seltene Jagd gehen. Außerdem mußte man für die Jagd eine gemeinsame Strategie ausarbeiten. Dadurch war es notwendig eine bessere Kommunikationsart als das bisherige Grunzen zu entwickeln - es entstand die Sprache. Nicht nur die Sprache auch der Ursprung der Waffen stammt aus dieser Entwicklungsstufe, denn wir mußten unseren Mangel an Krallen, Reiß- und Schneidezähnen ausgleichen um erfolgreich zu sein.

Da die Weibchen mit ihren Kindern nicht mit auf die Jagd gehen konnten, mußten sie an einem sicheren Ort zurückbleiben. Dabei wurden wir seßhaft. Dies veränderte unser Sozialgefüge tiefgreifend: Die Arbeit wurde aufgeteilt, das heißt die Männer wurden bessere Jäger und die Weibchen spezialisierten sich auf das Sammeln von Nahrung. Paarbindungen entstanden, durch die jedes Weibchen seinem abwesenden männlichen Partner emotional verbunden blieb. Einige Schritte unserer Entwicklung sind bis heute noch nicht richtig geklärt, denn wir sind bei der Erforschung unserer Urahnen auf prähistorische Funde angewiesen.

4. Unser Jagdtrieb

Heute brauchen wir nicht mehr auf die Jagd zu gehen um uns zu ernähren, aber der Jagdtrieb steckt noch immer in uns, wir verarbeiten ihn nur anders:

a) Arbeit

Der häufigste Ersatz ist die Arbeit. Ein Geschäftsmann, der versucht ein Geschäft abzuschließen ist ein typischer Pseudo-Jäger der heutigen Zeit. Diejenigen die ihre Erfüllung nicht in ihrer Arbeit finden haben meistens ein Hobby das diesen Mangel ausgleicht.

b) Sammeln

Das Ziel eines jeden Sammlers ist es, so viel wie möglich zu einem bestimmten Thema zu finden. Genau wie die echte, lebende Beute, ist sie schwierig zu finden und oft genug nur unter (finanziellem) Risiko zu erwerben.

c) Wetten

Eine weitere Angewohnheit, die wir aufgrund unseres Jagdtriebes ausführen, ist das Wetten. Wir nehmen oft ein großes Risiko in Kauf nur um vielleicht zu gewinnen, denn in grauer Vorzeit war das Jagen sehr gefährlich, und wenn unser heutiges Leben gar zu langweilig und berechenbar wird, suchen manche von uns nach einem zusätzlichen Nervenkitzel. Spielsüchtige setzen nur großen Mengen Geld, damit der Verlust schmerzt und der Gewinn Freude bringt. Kleingeld würde nicht die Gefahr" bedeuten, die sie suchen.

d) Sport

Beim Sport jagen wir Trophäen nach, die der Sieger mit Triumph nach Hause trägt. Diese sind die mühsam erkämpfte symbolische Beute des Jägers.

e) Gewalt

Leider finden wir nicht immer die richtige Ausdrucksmöglichkeit für unsern Jagdtrieb. Jeden Tag hört man Meldungen von gewalttätigen Menschen. Dies wird oft als Zeichen von tierischer Aggression gedeutet, aber diese richtet sich innerhalb der eigenen Art nur gegen Rivalen und endet nur sehr selten tödlich. Der wesentliche Unterschied findet sich im Opfer, bei der tierischen Aggression richtet sich die Gewalt, wie ich schon sagte gegen Rivalen, die eingeschüchtert und unterworfen werden sollen. Bei der symbolischen Jagd sieht man das Opfer nicht mehr als Persönlichkeit, und auch nicht mehr als Rivale, sondern als Beute. Auch der Krieg ist keine Form der tierischen Aggressivität, denn die Soldaten kennen ihre Gegner nicht persönlich. Es sind die Verpflichtungen gegenüber der Kameraden, dem politischen System, der Gerechtigkeit" oder gegenüber seinem Volk, die hinter der Gewalttätigkeit eines jeden Krieges stehen. Die Feinde sind keine Menschen sondern Jagdbeute.

5. Der Stadtmensch

Vor 10 000 Jahren begann sich unsere Lebensweisen entscheidend zu ändern, wir fingen an, Landbau zu betreiben, dadurch war es nicht mehr notwendig, dass sich jeder selbst versorgen muß. Es entstanden Städte und durch den wachsenden Fortschritt wuchs auch die Anzahl der Bevölkerung ständig. Im Gegensatz zu den urzeitlichen Stämmen mit 80 - 120 Mitglieder, wo jeder den anderen kannte ist es in den heutigen Städten mit bis zu ca. 25 Millionen Einwohner unmöglich alle Mitbürger zu kennen. Daher hat der Bekanntenkreis die Funktion des urzeitlichen Stammes übernommen. Das bedeutet, dass man heute mit vielen Fremden auf engstem Raum zusammenlebt. Wir vermeiden den Augenkontakt und versuchen sie so wenig wie möglich zu beachten. Ein Experiment zeigte, dass dies sogar dann funktioniert, wenn einer der vielen Fremden in Not ist, z. Bsp. wenn er zusammenbricht. Erst nach fünf Minuten versuchte einer der vielen Passanten zu helfen. Im Gegensatz dazu erklärten sich in einem kleinen Ort sofort Leute bereit dem Fremden zu helfen.

6. Gewalt in der Großstadt

Der Umgang mit Fremden unterliegt gewissen Regeln, den Höflichkeitsfloskeln, damit sollen Auseinandersetzungen vermieden werden. Um zu verhindern, dass wir mit unseren Waffen nicht gegen unsere Artgenossen richten benutzen wir die Körpersprache anstelle von Gewalt. Trotzdem gibt es in der Großstadt mehr Gewalt als irgendwo anders. Dafür gibt es laut Desmond Morris zwei Erklärungen.

a) Jagdtrieb

Die Erste hat ihre Wurzeln in unserem Jagdtrieb: Als Fremder stellt das Opfer zunächst einmal eine Un-Person für den Täter dar. Es gehört nicht zum persönlichen Stamm des Angreifers und war demzufolge kaum mehr als eine Beute, eine Nahrungsquelle. Natürlich nicht direkt aber zumindest eine Geldquelle um Lebensmittel zu kaufen. Innerhalb einer Gruppe von Kriminellen greift niemand den anderen an, denn sie gehören zum selben Stamm.

b) Druck

Die zweite und häufigste Ursache für Gewalt entsteht aus dem enormen Druck, den das städtische Leben auf den modernen Stammesmenschen ausübt. Sie kann sich auch gegen die eigenen Stammesmitglieder richten. Die Menschen die sich in der untersten Schicht unserer Gesellschaft befinden, entwickeln oft Wut und Rachegedanken. Diese wenden sich vor allem aus Feigheit gegen schwächer Opfer. Die häufigsten Opfer solch umgeleiteter Aggressionen sind Frauen, Kinder und Tiere, aber sie kann sich auch gegen leblose Gegenstände richten. Bei vielen dieser gewalttätigen Verbrecher liegen die Ursachen ihres Versagens in ihrer eigenen Kindheit, denn oft waren sie in jungen Jahren selbst Opfer von Gewalt und Mißbrauch, und ihr Haß schlummert jahrelang still und unentdeckt in ihnen, bis er eines Tages ausbricht.

7. Möglichkeiten Gewalt abzubauen

a) Aufteilen von Territorien

Das Aufteilen von Territorien, ist eine Möglichkeit Aggressionen abzubauen, denn jeder Mensch braucht seinen eigenen persönlichen Raum, in dem er sich zurückziehen kann. Ebenso wie die Tiere markieren wir unser Revier, die meisten nur mit einem Namensschild und einem Zaun. Aber viele Gangs, hauptsächlich in Amerika zeigen ihr Gebiete durch individuelle Graffiti auf allen nur möglichen Objekten in der Umgebung. Unsere Umgebung ist auch entscheiden für unser Wohlbefinden, in einer Stadt in der ein Haus dem anderen gleicht, gibt es keine Platz für die individuelle Entfaltung des Einzelnen. Außerdem verursacht das enge Zusammenleben Streß, und dieser kann sehr gefährlich werden, denn das schwächt den menschlichen Organismus und läßt in anfälliger für Krankheiten werden und durch das enge Zusammenleben wiederum würden sich die Krankheiten wie Epidemien ausbreiten. Eine Möglichkeit dem vorzubeugen wäre die Umgestaltung der Städte. Es geht um ein Leben in überschaubaren Gemeinden, von denen jede ihr eigenes Flair besitzt und die dennoch jederzeit Anschluß ans Getümmel der großen Stadt besitzen.

b) Hackordnung

Eine andere Möglichkeit Aggressionen abzubauen ist ein festgelegtes System der Hackordnung", dieses wird von den meisten Menschen widerstandslos angenommen. Sozial hochstehende Personen zeigen ihren Status heute nicht mehr direkt, sondern deuten ihre Wichtigkeit mit der Menge von Journalisten und Mikrofonen an, die sie um sich versammeln. In früheren Zeiten mußten die Reichen und Mächtigen ihren sozialen Status durch besonders prunkvoller Kleidung deutlich machen. Ohne Fernsehen oder andere Medien hätte die Bevölkerung sie sonst womöglich gar nicht erkannt. Heute gebärden sich nur noch wenige Prominente derart auffällig.

8. Fortpflanzung

Bei uns Menschen ist im Gegensatz zu den meisten Tierarten die Fortpflanzung das ganze Jahr über möglich. Daraus ergibt sich ein ständiges Werben um einen Partner. Dabei spielen visuelle Reize die entscheidende Rolle. Bei Tieren ist zum Beispiel das Hinterteil das wichtigste sexuelle Signal. Da dieses bei uns Menschen durch den aufrechten Gang nicht mehr zu sehen ist wenn wir uns gegenüber stehen, mußten wir im Laufe der Evolution einen Ersatz finden. Dafür war die weibliche Brust am besten geeignet. Nachdem wir die sexuellen Signale empfangen haben, beginnt der Ablauf des menschlichen Paarwerbens, das zwar von Gegend zu Gegend variiert, aber im allgemeinen immer demselben Muster folgt. Sechs typische Stadien sind hier zu nennen:

1. gegenseitiges Betrachten

2. einfacher Körperkontakt (z. Bsp. Der Arm auf der Schulter)

3. zugewandter Körperkontakt (z. Bsp. Die Umarmung)

4. der Kuß

5. intimer Kontakt ( die Hand erforscht den Körper)

6. Geschlechtsverkehr

Aus diesen Stadien entwickelt sich schließlich die oft ein Leben lang andauernde sexuelle Beziehung. Bei manchen Tierarten findet man auch ähnliche Bindungen, die das ganze Leben überdauern können. Eine dieser Arten ist die Graugans. Konrad Lorenz beschäftigte sich eingehend mit den Beziehungen der Graugänse. Er entdeckte bei ihnen Anzeichen von Untreue. Unsere Paarbindung ist ebenfalls nicht vollkommen denn es gibt genug untreue Partner

Wieder einmal stieß ich bei meinen Vorbereitungen auf zwei Theorien die Untreue betreffend:

a) Untreue nach Desmond Morris

Die erste stammt von Desmond Morris. Diese Theorie behauptet, dass es für die Männchen ideal ist fremd zu gehen, denn er schützt seine eigenen Nachkommen mit aller väterlicher Sorgfalt und zeugt hier und da noch einige weiter Junge, die seine Gene weitergeben werden. Das führt beim Menschen zu Problemen, denn der Geschlechtsverkehr ist mit sehr viel Gefühl verbunden, dies führt sehr schnell zu einer Konkurrenzbeziehung. Bei den Frauen ist das Fremdgehen anders zu erklären, die typische untreue Frau wählt also einerseits das beste genetische Material für ihre Nachkommen, andererseits den fürsorglichsten Partner für ihre Langzeit-Beziehung. Die stabilsten Paarbindungen sind natürlich die , bei denen sie beides in einem Mann findet.

b) Untreue nach Werner Schmidt

Werner Schmidt behauptet, dass die Paarbindung bei Graugänsen und beim Menschen fast übereinstimmt. Das umworbene Gänseweibchen und das Mädchen tun beide in der ersten Phase der Paarbildung so, als ginge sie die ganze Werbung des Ganters bzw. des Mannes nicht an. Dennoch schauen sie verstohlen immer wieder zu dem Werbenden hin. Wie auch bei jungen Menschen findet man bei den jungen Graugänsen einen häufigen Partnerwechsel, bevor sie eine länger dauernde Beziehung eingehen. Werner Schmidt begründet die Untreue in der Domestikation des Menschen, das heißt die natürliche Selektion fiel weg und das veränderte das Erbgut. Denn bei der mitteleuropäischen Hausgans, der domestiziert Graugans findet man zum Beispiel keine sexuelle Treue gegenüber einem Partner mehr. Bei Hausgantern, wie auch bei Menschen tritt nach einiger Zeit der Bindung der Wunsch nach einem Partnerwechsel auf. Dies hat bei den Gänsen oft tödliche Folgen für die Gössel, auch bei den Menschen führt dies oft zu Komplikationen. Werner Schmidt weist auch auf die homosexuellen Ganterpaare hin, die durch die Domestikation entstanden sind.

Desmond Morris wiederum führt die Homosexualität auf Erfahrungen in der Pubertät zurück.

In der modernen Stadtgesellschaft bedrohen sexuelle Signale von Fremden die menschliche Paarbindung. Mancherorts vertraut man auf die Stärke der Paarbindung, während man anderswo strenge Regeln einführt, um das sexuelle Signalgewitter weitestmöglich unsichtbar zu machen. Die Gegensätze sind drastisch: Einige westliche Kulturen gestatten der Frau ein völliges Entblößen, währen manche arabischen Kulturen völliges Verdecken fordern.

Wir Menschen leben im Gegensatz zu den meisten Tierarten ungewöhnlich lang, denn die meisten Tiere sterben nachdem sie ihre Gebärfähigkeit verloren haben. Der Grund dafür ist, dass die Großeltern die Mutter bei der langwierigen Kinderpflege und -erziehung entlasten. Da sich der Mensch wahrscheinlich als einziges Tier Gedanken über seinen Tod machen kann und da wir ihn nicht als etwas Endgültiges akzeptieren können, erfanden wir ein Leben nach dem Tod.